Was sind Familienaufstellungen?

Ich arbeite mit Familienaufstellungen basierend auf der Arbeit und den bahnbrechenden Erkenntnissen Bert Hellingers. Gleichwohl gibt es auch noch andere Einflüsse und ich habe, so wie jeder Leiter, meinen eigenen Arbeitsstil entwickelt. Die folgenden Texte sind meine Beschreibungen dieser wunderbaren Arbeit, die man natürlich nur durch eigenes Erleben erfassen kann:

Alle Menschen, mit denen wir verbunden sind, im Guten wie im Bösen, tragen wir in unserem Inneren bei uns. Man könnte von Seelenbildern sprechen, die viel mehr beinhalten, als unsere bewußten Erinnerungen, da hier auch alle unbewußten Verknüpfungen gespeichert sind.
Durch eine Aufstellung können wir diese Bilder (wie immer man sie nennen möchte) sichtbar machen, indem wir Stellvertreter (Gruppenteilnehmer) für die entsprechenden inneren Personen und Energien wählen und im Raum in Beziehung stellen. Wir sehen, fühlen und begreifen in einer Aufstellung, wie wir tatsächlich zu jemandem stehen und mit ihm in einem System von Beziehungen (Beispiel: die Herkunftsfamilie) verwoben sind.
Probleme bestehen weil etwas unbewusst ist (Verstrickungen), weil wir nicht (richtig) hinschauen wollen, unsere Sicht zu eng ist oder wir etwas nicht annehmen wollen, was ist.
Lösungen geschehen durch bewusstes Hinschauen, durch das Anerkennen dessen, was alles da ist und durch die bestmögliche Wahl, die ich jetzt für mein Leben treffen kann. Heilende Bewegungen und Worte führen in der Aufstellung zu einem Lösungsbild, welches in der Seele nachhaltig wirkt.

Die Anwendung der Systemtheorie auf menschliche Beziehungsgeflechte (die Familie, die Partnerschaft, das Arbeitskollektiv usw.) hat das systemische Denken und Fragen in der Psychotherapie hervorgebracht: Wer gehört hier im System alles dazu und auf welche Weise sind die Verbindungen und Hierarchien organisiert? Welches (traumatische) Ereignis hat gegebenenfalls den freien (gesunden) Energiefluss innerhalb des Systems unterbrochen? Wer oder was wurde (bewußt oder unbewußt) ausgeschlossen und fehlt dem System zu seiner funktionalen Ganzheit (ein Mensch, ein Gefühl, eine Wahrheit)?
Die Aufstellungsmethode basiert auf der Entdeckung der stellvertretenden Wahrnehmung und des sogenannten wissenden Feldes. Wenn der Klient sein System im Raum mittels Stellvertretern aufstellt, ergibt sich ein Bild (eine Konstellation der beteiligten Personen bzw. Energien), welches dem Leiter (aufgrund seiner geschulten Wahrnehmung und gesammelten Erfahrung) Antwort auf die oben gestellten Fragen gibt. Die Aufstellung ist also am Anfang ein sinnlich-konkretes Diagnoseinstrument. Welche Wahrnehmungen, Bewegungen, Berührungen und Worte können nun hier Heilung bewirken? Ziel einer Aufstellung ist das sogenannte Lösungsbild, welches dem Klienten und seinem System einen neuen Erfahrungsraum eröffnet.

Aufstellungen können therapeutisch, als Lebenshilfe oder als Supervision eingesetzt werden. Sie finden ihre klassische Anwendung in Gruppen, aber auch in der Einzelarbeit mit Symbolen oder inneren Bildern. Das systemische Denken und spezielle Interventionen der Aufstellungsarbeit (Wahrnehmung, Fragen, Lösungssätze usw.) können im Lebens- und Berufsalltag eines jeden Menschen von Nutzen sein.
Für Familienaufstellungen braucht es eine vertrauensvolle und zugleich aufs Wesentliche ausgerichtete Atmosphäre. Faszinierend, wie nahe sich dann Menschen in kurzer Zeit kommen und wie tief sich mancher einlässt, der vorher skeptisch war. Als Leiter lasse ich dem Raum, was sich zeigen möchte und gebe dann in entscheidenden Momenten Lösungsimpulse. Hingabe und Mut werden beim Aufstellen belohnt.

In einer Aufstellung sehen wir, auf welche Weise wir mit den wichtigsten Menschen und Dingen in unserem Leben verbunden sind. Es zeigen sich leidvolle, oft unbewusste Verstrickungen, aber auch ungeahnte Ressourcen. Meine Aufgabe als Leiter ist es, gemäß dem Anliegen Lösungsimpulse zu geben. Ich folge meiner Intuition und Erfahrung und dem unmittelbaren Feedback über Körper, Atem, Stimme und Augen. Wirkungsvolle Impulse wie Hin- oder Wegbewegung, Augen- und Körperkontakt, sowie das Aussprechen von lösenden Worten können innere und äußere Welten verändern.

Wer fehlt? Was ist durcheinander? Hinschauen, wahrnehmen, umstellen, berühren, Lösungsworte aussprechen – das soll helfen, die Gefühle ins Fließen zu bringen, das Herz zu öffnen. Wenn alles, was zum System gehört, da sein darf; wenn jeder seinen guten Platz hat; wenn Achtung und Liebe wieder da ist – dann kehrt Frieden ein und Kraft für Neues wird frei.

Für Lösungen brauchen wir kein großes Drama. Die richtigen Bewegungen und Worte zur richtigen Zeit können innere Welten verändern. Menschen mit schweren Schicksalen verleihen uns Kraft, wenn wir ihnen einen Platz in unserem Herzen geben. Stellvertreter zu sein ist ein Liebesdienst, der große Achtung verdient. Jeder in der Gruppe gewinnt etwas für sich, alle geben und nehmen. Mit klarem Geist und Wärme im Herzen gehen wir auseinander. Sogar der Raum fühlt sich gesäubert an.

Vergangenheit existiert nicht wirklich, sondern nur als Erinnerung. Destruktiv wirkende Eindrücke, Bilder, Gefühle und Worte können bewusst gemacht, verändert und aufgelöst werden. Der Weg der Heilung hat immer mit Gewahrsein, Achtung und Dankbarkeit zu tun. Je mehr dies gelingt, je klarer tritt das hervor, was immer schon im Innersten da war: ein klarer Geist und ein liebendes Herz.

Heilung ist für mich: die hinter allem wirkende Liebe zu den Eltern, Geschwistern, Ahnen und zu allen wichtigen Menschen des Lebens zu fühlen, sich damit zugehörig und ganz zu erleben. Lösung ist für mich: sich aus den Verstrickungen der blinden Kinderliebe (vom oft unbewußten Drang, helfen zu wollen) zu befreien und damit Energie für das eigene Leben zu gewinnen.

Heilung ist, zu allem Ja sagen was Du bist und was zu Dir gehört. Lösung ist die liebevolle Trennung von allem, was Dein Wachstum behindert. Du kennst den Weg. Ich helfe Dir beim weitergehen.

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