Wie gestaltet sich der Ablauf einer Familienaufstellung?

1. Atmosphäre: Für gelungene Aufstellungen braucht es eine vertrauensvolle und zugleich aufs Wesentliche ausgerichtete Atmosphäre. Dafür dienen in meinen Gruppen am Anfang eine Einführung durch mich, eine kurze Vorstellungsrunde und ein Anfangsritual.

2. Vorgespräch: In einem Vorgespräch teilt mir der Klient (der Aufsteller) sein Anliegen (Problem und Ziel) für die Aufstellung mit. Ich erfrage wichtige Fakten der Familiengeschichte und bestimme welche Personen aufgestellt werden.

3. Aufstellung: Der Aufsteller wählt dann aus der im Kreis sitzenden Gruppe die Teilnehmer aus, die diese Personen vertreten sollen (auch für sich selbst) und stellt sie dann nacheinander im Raum in eine Beziehung zueinander. Dabei lässt er sich jeweils ganz von seinem Gefühl leiten. Das sogenannte „Problembild“ wird sichtbar.

4. Wissendes Feld: Die Stellvertreter fühlen wie die tatsächlichen Familienmitglieder und können so Auskunft über diese und ihr Verhältnis zu den anderen aufgestellten Personen geben. Dies ist möglich durch das sogenannte „wissende Feld“, welches immer zwischen Menschen existiert, aber in einer Aufstellungssituation besonders aufgeladen und ausgerichtet ist.

5. Der Leiter: Als Leiter gebe Lösungsimpulse in Form von Umstellungen, Handlungsanregungen, Lösungssätzen, der Hereinnahme zusätzlicher Personen usw. Diese Interventionen ergeben sich aus dem Anliegen, den Fakten, meiner Erfahrung und Intuition und aus der Dynamik der Aufstellung. Diese dauert in der Regel etwa 60 Minuten.

6. Die Lösung für den Einzelnen hängt immer mit dem ganzen System zusammen. Hier geht es im wesentlichen darum, dass man das Leben von den Eltern & Ahnen nimmt, so wie es einem gegeben wurde; dass alle, die zur Familie dazugehören, einen Platz (im Herzen) haben; dass man jedem das eigene Schicksal zumutet, ohne aufopfernd einzugreifen. Oft wird der Aufsteller in das am Ende entstandene „Lösungsbild“ hineingestellt (anstelle seines Stellvertreters) oder er erlebt die Lösung vom Platz aus, wie ja schon die ganze Aufstellung zuvor.

7. Wirkung: Indem so die Lösung durch unmittelbare sinnliche Erfahrung in der Seele des Aufstellers zu wirken beginnt, kann sich Festgewordenes (das Problem) auflösen, Lebenskräfte werden frei und Raum für Heilung entsteht. Diese entfaltet sich in der Zeit nach der Aufstellung sowohl im Innern des Klienten, als auch in seiner Familie und Umgebung über einen längeren Zeitraum.

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